Rapitronik, Hausautomation, Gebäudeautomation, Bustechnik, München
home | sitemap | impressum   

RAPITRONIK bedankt sich bei seinen Gästen & Partnern...

>> zur Fotoshow... <<

Ausstellung "Pneumatics - Ideen am Bau"

Ausgehend von der Fachhochschule in München planten Architekturstudenten zusammen mit der Haustronik ein einfaches EIB-Projekt zur Darstellung von Neuerungen am Bau. Die Planung und Realisierung erfolgte für die Ausstellung "Ideen am Bau". Der Termin sowie der Ausstellungsort wird noch bekannt gegeben.

Haustronik Lädt Sie zur Ausstellung "Pneumatics"
vom 25.05. - 07.06.07 ein...

Lassen Sie sich überraschen, wenn Sie sich auf schwebendem Boden bewegen. Werden Sie als interaktiver Benutzer EINS mit der Plattform "Pneumatics".

Wann: 25.05. - 07.06.07 - Mo.-Do. von jeweils 14:00 - 17:00 Uhr
Wo: Galerie ZKG-FHM, Josephspitalstraße 15, München / Ecke Herzog-Wilhelm-Straße (www.zkg-fhm.de)
Was: siehe unten...

 

Der schwankende Boden

Eigentlich sind wir es gewohnt, uns auf ebenen, festen Boden zu bewegen. Wir sind es gewohnt, dass ein Dach, 4 Wände und der Boden, jeweils im 90°-Winkel zueinander stehend, den Raum definieren, in dem wir uns bewegen. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts verändert sich die Auffassung, dass diese Vorgabe unumgäglich sei. Entstanden sind dabei architektonische Versuche, die mit schiefen Wänden und schiefen Böden arbeiten. Es blieb jedoch meist bei Experimenten. Verständlich, denn im kommerziellen Wohnungsbau muss der Grundriss massenkompatibel sein und nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen – eine Schachtelung von Körpern spart am meisten Platz - ist eine solche Auffassung von Architektur sehr selten zu finden.
Mit unserem Projekt erheben wir deshalb auch nicht den Anspruch in irgendeiner Weise etwas zu schaffen, das in der zeitgenössischen Architektur einsetzbar wäre. Es steckt aber auch etwas mehr dahinter als nur Spielerei. Wie anfangs schon erwähnt, nimmt uns ein schwankender Boden aus dem Alltag, da die Grundvorrausetzung für uns der feste Boden ist. In uns wird etwas angesprochen, das sonst nur selten aktiviert wird. Sind wir doch darauf vertraut nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Kommunikation I – Dialog:

Anfangs als Teil einer Rauminstallation gedacht, entwickelte sich aus der Idee eines schwankenden Bodens ein Projekt, dass mehrere Kommunikationslinien aufnimmt. Die erste besteht aus der Kommunikation mit dem Nutzer und dem Boden selbst. Wir gehen einen Schritt über die schiefen Wände hinaus. Der Boden wird zum Eingabemedium. Über ein unterhalb der Bodenfläche liegendes Sensorensystem wird bei Betreten der Plattform eine BUS- gesteuerte Lichtanlage aktiviert, das die Plattform von unten in verschiedenen Farben und an verschiedenen Positionen erleuchtet. Aber nicht nach dem Licht-Schalter-Schema. Hinter dem Wechselspiel der Farben steckt nicht ein vorprogrammierter Logarithmus den es herauszufinden gilt um zu wissen wie die Lichtanlage funktioniert. Man selbst als Nutzer der Plattform gibt den Logarithmus vor. Das heißt der Nutzer bemerkt, dass er selbst die Ursache für die Aktion ist.

Kommunikation II – Mehr als Dialog:

Neben dem Boden als Eingabemedium gibt es eine weitere Kommunikationslinie, die sich um einen Nutzer erweitert. Das Schwanken des Bodens wird durch ein untereinander verbundenes pneumatisches Zylindersystem ermöglicht. Bei einer punktuellen Belastung des Bodens geben die Zylinder an der belasteten Stelle nach. Es kommt zu einem erhöhten Druck innerhalb des Zylindersystems. Dadurch wird der Boden an anderer Stelle angehoben. Bei einem weiteren Nutzer und einer weiteren punktuellen Belastung verdoppelt sich dieser Effekt. Das heißt, es kommt zu einer gegenseitigen Beeinflussung des Rückstoßes. Das führt zu einem nicht zwingend kontrollier- und vorhersehbaren Schwanken des Bodens.

Unsere Intention besteht darin den Blick des Ingenieurs zu weiten und verschiedene Aufgabenfelder zu vereinen. Besser gesagt einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Als angehende Architekten versuchen wir neue Methoden und neue Techniken mit einzubeziehen.

Technik

1. konstruktiver Aufbau Tragkonstruktion

Die tragende Unterkonstruktion besteht aus hochkant gelagerten Fichtenträgern (BxHxL 8x10x200 cm), die miteinander verzapft sind, um die gesamte Konstruktion in einer Ebene in Quer- und Längsrichtung tragfähig auszubilden. Auf der Unterkonstruktion sind 28mm starke MDF-Platten angeschraubt die per Nut und Feder verbunden sind. Darauf befindet sich ein streichfähiger Harz als Bodenbelag. Die Plattform selbst ist rundum mit OSB- Platten verkleidet die direkt an der Unterkonstruktion angeschraubt und in altweiß lackiert sind.

2. konstruktiver Aufbau interaktive Plattform

Als Antrieb dienen zu einem Block zusammen geschraubte Pneumatikzylinder auf denen ein Kugelgelenk (Flexokupplung) sitzt. Darauf werden Trittplatten aus Einpressgitterrosten geschraubt. Diese Einpressgitterroste (17x17 cm), werden an den Ecken mit einem Stahlseilring verbunden. Somit sind die Trittplatten gelenkig verbunden und lassen es zu das sich der gesamte Aufbau auf den paarweise verbundenen Zylindern bewegen kann.

3. Funktion

Bei zwei Benutzern interagiert die Haut aus den einzelnen Trittplatten durch die Verteilung des Drucks in den Zylindern. Vier dieser Zylinder sind zusätzlich mit einem Positionserkennungssensor ausgerüstet der zur Steuerung einer Lichtanlage im Inneren der Plattform genutzt wird. Als Reaktion auf die Bewegungen des Benutzers werden so vier unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugt.

4. Gestaltung

Während die Einpressgitterroste, die Pneumatikzylinder, die Edelstahlverbindungs-streben eher blickoffen und industriell ausgebildet werden, tritt der Rest der Plattform zurück. Er wird in Weißtönen lackiert und durch Schattenfugen gegliedert.

5. Die Entstehungsgeschichte

Anfangs als Rauminstallation gedacht, sollte der Boden als integrierter Teil zur Vermittlung von Orientierungslosigkeit dienen. Die Rauminstallation selbst wurde nicht realisiert, doch die Idee mit dem Boden konnte in dieser eher experimentellen Plattform verwirklicht werden.